Nicolas Viana – Kalira Remix EP – 2026

Nicolas Viana – Kalira / Dusk / Fog Machine (Remix EP, Univack, 2026)

Univack schickt Nicolas Vianas „Kalira / Dusk / Fog Machine“ ein zweites Mal auf die Reise – diesmal als Remix-EP mit Ilias Katelanos & Plecta, Molac und Not Demure. Wer Progressive und Organic House mit melodischer Tiefe mag, bekommt hier drei sehr unterschiedliche, aber erstaunlich stimmige Floorszenarien geboten. Wie wirken die neuen Versionen im Vergleich zur Original-EP – und wer holt hier das meiste aus den Tracks raus?
#NicolasViana #Univack #ProgressiveHouse #OrganicHouse #WaterDomeMusic

Facts
Nicolas Viana – Kalira EP (Remix EP, Univack, 2026)

Artist: Nicolas Viana
Country of Origin: Argentina
Title: Kalira EP (Remixes)
Format: EP, Digital
Genre: Progressive House / Organic House
Label: Univack Records
Release Date: 24 July 2026 / 21 August 2026
2 x 3 Tracks – 37 Min. 08 Sek.

Hi-res 42

At Spotify available in
24 Bit / 44.1 kHz Hi-res

UK-Flag 42

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Review

Univack und Nicolas Viana sind inzwischen ein eingespieltes Team: Schon das Original-Release von „Kalira / Dusk / Fog Machine“ hatte klargemacht, dass der argentinische Produzent melodischen Progressive House mit einer sehr eigenen, organischen Handschrift kombiniert. Die jetzt vorliegende Remix-EP mit Remixes von Ilias Katelanos & Plecta, Molac, Not Demure fühlt sich weniger wie ein nachgeschobener Pflichttermin an, sondern eher wie eine Erweiterung des ursprünglichen Universums – drei andere Blickwinkel auf die gleichen Motive, jeweils präzise auf die Tanzfläche zugespitzt.

Besonders spannend: Univack setzt nicht auf eine „Big Room“-Überhöhung, sondern bleibt dem Label-Kern treu – tiefer, melodischer Progressive / Organic House mit viel Luft und Detailarbeit. Dass Integral Bread als Label-Mastermind sowohl die Abmischung als auch das Mastering übernimmt, sorgt zusätzlich für Kohärenz; die Remixe klingen wie aus einem Guss mit der Original-EP, ohne ihre Individualität einzubüßen.

Nicolas Viana kommt aus Argentinien und das ist in diesem Kontext nicht einfach ein Zufall, sondern fast ein Statement: Die Szene dort wird inzwischen offen als eine der wichtigsten Hochburgen für Progressive House weltweit beschrieben – mit einem „booming ecosystem“ aus Clubs, Labels, Produzenten und Events. Artikel sprechen vom „Progressive House Capital of the South“, in dem Städte wie Buenos Aires, Rosario und Córdoba eine tief verwurzelte Clubkultur, eine neue Produzentengeneration und eine fast fanatische Liebe zu langen, melodischen Spannungsbögen zusammenbringen.

An der Spitze steht mit Hernán Cattáneo ein DJ, der als „elektronischer Botschafter“ des Landes gilt und mit Sudbeat ein Label betreibt, das diesen warmen, hypnotischen, melodisch getriebenen Sound international etabliert hat. In dieses Umfeld fügt sich Vianas Arbeit für Univack perfekt ein – seine Tracks tragen viel von der DNA dieses argentinischen Progressive-Sounds in sich, sind aber klar genug profiliert, um für sich selbst zu stehen.

Einen leichten, aber klar wahrnehmbaren südamerikanischen Einschlag in Nicolas Vianas Sound findet in den Original wie auch in den Extended Mixes, diese Grundfarbe gehört einfach zum Klangbild von „Fog Machine“, „Kalira“ und „Dusk“, ohne dabei jemals folkloristisch zu wirken.

Technisch liegen Original Mixes und Extended Remixes erstaunlich nah beieinander: Beide Fassungen kommen im Univack-typischen Soundbild daher, das Integral Bread über das gesamte Projekt gezogen hat – breit, tief, sehr organisch und mit diesem leicht erdigen, warmen Charakter, der speziell bei progres­siven und organischen House-Produktionen sofort Vertrauen schafft. Die Synth-Flächen schweben in beiden Versionen hörbar durch den Raum, Vocals und Effekte sitzen klar und plastisch im Panorama, und der Bass verbindet Druck mit Kontrolle, ohne jemals ins Wummern abzurutschen.

Nicolas Viana
Nicolas Viana

Der eigentliche Unterschied liegt weniger im Klang als im Kontext: Die Original Mixes gehen zum Release-Tag bei Spotify direkt im 24-Bit /44.1 kHz Hi-res-Format an den Start, was sie ideal für intensives, bewusstes Hören zu Hause auf einer guten Anlage oder im Studio macht. Die Extended Remixes werden parallel auf Beatport in 16-Bit /44.1 kHz Lossless bereitgestellt und sind in ihrer längeren, cluborientierten Struktur klar als DJ-Werkzeug gedacht – mit mehr Aufbau, mehr Spannungsbögen und Remix-typischen Detailmomenten, die sich in langen Mix-Passagen ausspielen lassen.

Erfrischend ist dabei, dass weder die rund fünfminütigen Original Mixes noch die sieben- bis achtminütigen Extended Versionen irgendwelchen verkürzten Streaming-Längenvorgaben hinterherlaufen, sondern sich die Zeit nehmen, ihre Dramaturgie auszuerzählen. Klanglich spielen beide Fassungen ohnehin in derselben Liga: Sie sind von Integral Bread exzellent abgemischt und gemastert, wirken durchweg dynamisch, bringen beeindruckende Weite und Tiefe mit und liefern genau den Punch, den man von einer Produktion aus dem Univack-Kosmos erwartet.

Die Tracks

Der Einstieg über „Fog Machine“ im Remix von Ilias Katelanos & Plecta ist fast schon programmatisch: Die beiden holen die Rave-Geister der 90er ins Jahr 2026, ohne in Retro-Kitsch abzurutschen. Mit 123 BPM in Bb Major bleibt die Nummer knapp unter Vollgas, wirkt aber durch die deutlich organischeren Percussions und den tighten Groove mehr nach später Club-Peak als nach Warm-up. Die Vocalschnipsel und die subtil eingebauten Chords tragen diesen typischen „Hands in the air“-Moment in sich, der nicht auf den Drop warten muss, sondern in der Progression selbst entsteht.

Klanglich sitzt der Remix genau in der Schnittmenge aus Organic und Progressive House: rollende, leicht sandige Drums, ein breiter, aber nicht überkomprimierter Bass und darüber fein gezeichnete Synth-Layer, die an Balearic-Sonnenuntergänge ebenso denken lassen wie an verschwitzte Kellerclubs. DJs, die gerne lange Spannungsbögen bauen, werden an diesem Material ihre helle Freude haben. Es bietet ausreichend Energie, um die Tanzfläche nach vorne zu schieben, aber genug Raum, um den Track in längere Mix-Passagen einzubetten.

Kalira im Molac Extended Remix baut die stärksten harmonischen Motive des Originals zu einer warmen, housigen Neuinterpretation aus. Mit 124 BPM in Db Minor, also minimal schneller, entsteht hier eine sehr DJ-freundliche Version, die sich zwischen Deep-House-Sensibilität und Progressive-Drive bewegt. Die Akkorde und Stabs sind klar die Hauptdarsteller: Sie pulsieren elegant, fast wie ein auf- und ablaufender Atem und tragen so die emotionale Kurve des Tracks.

Wo der „Fog Machine“-Remix stark über Groove und Rave-Anmutung funktioniert, setzt Molac auf eine Art zeitlosen House-Flow – warm, freundlich, aber mit einem leichten melancholischen Stich, der sich in langen Nächten besonders gut entfaltet. Die nostalgische, epische Atmosphäre wirkt wie ein Blick zurück nach vorn – Erinnerung und Vorfreude gleichzeitig, ideal für Übergangsphasen im Set, in denen du die Crowd einmal kurz atmen lassen willst, ohne die Spannung zu verlieren.

Not Demure führt „Dusk“ mit seinem „Not Demure Extended Remix“ schließlich in ein deutlich reduzierteres, subtileres Territorium. Mit 122 bpm in B Minor ist dieser Remix der langsamste der EP, aber das Tempo täuscht: Die Energie liegt hier weniger im Offenen, sondern in der hypnotischen, präzise kontrollierten Progression. Statt großer Gesten dominiert Feinarbeit – kleine Filterbewegungen, sorgfältig gesetzte Delays, minimalistische, aber wirkungsvolle Percussions.

Der Track wirkt wie eine Brücke zwischen Minimal, Deep-Progressive und Organic House; ein Tool im besten Sinne, das je nach Kontext sehr unterschiedlich wirken kann – als Warm-up-Baustein, als späte Nachtmeditation oder als Drehscheibe, um vom melodischen in ein reduzierteres Set-Narrativ zu wechseln. Dass Not Demure hier mehr subkutane Spannung als offensichtliche Hooks liefert, passt gut zum „Dusk“-Titel: Es ist dieser Zwischenzustand, in dem man nicht weiß, ob die Nacht gerade beginnt oder schon zu Ende geht.

Tracklist

Original Mixes (Spotify)

  1. Fog Machine (Ilias Katelanos & Plecta Original Mix) – 4:50 – 123 BPM – Bb Major
  2. Kalira (Molac Original Mix) – 4:33 – 124 BPM – Db Minor
  3. Dusk (Not Demure Original Mix) – 5:59 – 122 BPM – B Minor

Tracklist – Extended Remixes (Beatport)

  1. Fog Machine (Ilias Katelanos & Plecta Extended Remix) – 6:36 – 123 BPM – Bb Major
  2. Kalira (Molac Extended Remix) – 7:16 – 124 BPM – Db Minor
  3. Dusk (Not Demure Extended Remix) – 8:14 – 122 BPM – B Minor

Audioqualität

  • Original Mixes (exklusiv bei Spotify): Hi-res, 24 Bit / 44.1 kHz, Stereo
  • Extended Remixes (exklusiv bei Beatport): Lossless (FLAC), 16 Bit / 44.1 kHz, Stereo
  • Gemischt und gemastert von Integral Bread (Original Mixes und Extended Remixes)
The Bottom Line

Aus musikalischer Sicht ist die „Kalira / Dusk / Fog Machine“-Remix-EP fast ein Musterbeispiel dafür, wie man eine bestehende EP sinnvoll erweitert: Drei Remixer, drei klar unterscheidbare Handschriften, aber ein gemeinsames ästhetisches Fundament aus melodischem Progressive und Organic House. Ilias Katelanos & Plecta liefern den wohl zugänglichsten, cluborientierten Moment, Molac bringt die emotionale, housige Wärme, und Not Demure sorgt für die tiefste, minimalistischste Lesart – zusammen entsteht eine Art Mini-Narrativ in drei Kapiteln.

Technisch zeigt sich die EP von ihrer besten Seite: Die Original Mixes bei Spotify bringen dank 24 Bit Hi-res-Auflösung eine beeindruckende Weite und Tiefe im Mix mit, während die Extended Remixes bei Beatport trotz „nur“ 16 Bit mit einer geradezu ansteckenden Dynamik und einem satten, tief reichenden Bass punkten. Beide Versionen stammen von Integral Bread, der sowohl die Abmischung als auch das Mastering übernommen hat – und genau das erklärt, warum sich beide Fassungen trotz unterschiedlicher technischer Voraussetzungen auf Augenhöhe begegnen, jede mit ihrer eigenen klanglichen Stärke.

Die Tracks klingen druckvoll, ohne in der typischen Streaming-Lautheitsfalle zu landen, und behalten genug Luft für detailreiches Hören im Studio oder auf einem guten HiFi-Setup. Wer die Original-EP bereits schätzt, findet hier keine radikale Neuerfindung, wohl aber drei sehr gut kuratierte Perspektiven, die Nicolas Vianas Klangwelt weiter öffnen – und genau das macht diese Remix-EP für WaterDomeMusic-Leser:innen interessant: mehr als nur DJ-Tools, sondern ein kleines, in sich schlüssiges Kapitel in der Univack-Geschichte.

Rating

  • Bit-Depth: 24 Bit (Original Mixes) / 16 Bit (Extended Mixes
  • Sampling-Rate: 44.1 kHz
  • Sound-Quality
  • Music
  • Quality of Press-Services
  • Original Mix / Radio Edit
  • Extended Mix
4.9

Total (max. 5 Stars)

Listen & Buy

Wir hören über folgende Ketten:

a) Studio:
Music Server: Melco N1A H60 4TB (Hi-res) –> WiiM Ultra –> Supra RCA koaxial –> Cambridge DAC Magic Plus –> Supra Cinch –> Denon x3600H (Direct 2.1) –> Supra Sword –> Front: 2 x System Audio SA Mantra 50 || Supra Cinch –> Subwoofer: 1 x System Audio Saxo 10

b) Nearfield:
[Music Server: Melco N1A H60 4TB (Hi-res) –>] PC / Laptop: ACER A5 WIN 11 Notebook, audio-optimized –> DAC: Cambridge DAC Magic 100 –> Preamp / Headphone Amp: Auralic Taurus

c) Headphones:
Audeze EL-8 / Audeze SINE
Shure SE846 with ALO MMCX Audio Reference 8 Kabel
NEU: Shure SE846 mit FiiO LC-3.5D Kabel

Der Shure SE846 läuft bei uns in zwei Varianten: einmal mit dem ALO MMCX Audio Reference 8 Kabel, das den In-Ear tonal noch feiner öffnet, mehr Auflösung und eine größere Bühne liefert, im Alltag aber durch einen etwas lockeren Sitz der MMCX-Buchsen auffällt – auf Dauer nicht ideal. Ergänzend dazu kommt die NEU hinzugekommene Kombination aus SE846 und FiiO LC-3.5D Kabel, die ebenfalls sehr gute Dynamik, einen fantastischen Punch und eine sehr schöne Feinzeichnung bietet, dabei aber durch ihren besseren Sitz und die bombenfest greifenden Stecker mechanisch deutlich vertrauenswürdiger wirkt.

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