Tim van Werd – Good As You Are – Single – 2026

Good As You Are – Ein sanfter Vocal-Impuls, progressive Weite und ein spätes Purified-500-Signal aus Südafrika

Mit „Good As You Are“ legt Tim van Werd gemeinsam mit ADRI eine Melodic-House-&-Techno-Single vor, die zwischen behutsamer Intimität und offenem Festivalhorizont balanciert. Der Track war zuvor als letzte unveröffentlichte ID aus Nora En Pures Purified-500-Set in den Lillie Hills Südafrikas zu hören und erhält nun seinen offiziellen Platz im Purified-Katalog. Ein großer Dank geht an Rozie von The Echo Agency, durch deren Unterstützung uns die Informationen noch am Releasetag erreicht haben.

Facts
Review: Tim van Werd - Good As You Are - Single - 2026
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Artist: Tim van Werd x ADRI
Country of Origin: Netherlands (both)
Title: Good As You Are
Format: 2-Track Single, Stream, Download
Genre: Melodic House & Techno
Label: Purified Records
Release Date: 11. September 2026
2 Tracks – 10m 31s

Hi-res 42

At Qobuz available in Hi-res
24 Bit / 44.1 kHz – Stereo (Radio Edit)

UK-Flag 42

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Review

Tim van Werd und ADRI schließen mit „Good As You Are“ den Kreis um Purified 500: eine vokalgetragene, fein austarierte Melodic-House-Produktion, die Wärme nicht mit Harmlosigkeit verwechselt. Die Veröffentlichung verbindet den emotionalen Kern des Radio Edits mit einem funktionalen, aber musikalisch ungemein stimmigen Extended Mix für den Club. Offiziell am 11. September 2026 auf Purified Records erschienen, war das Stück zuvor als letzte unveröffentlichte ID aus Nora En Pures wegweisendem Purified-500-Set in den Lillie Hills Südafrikas zu hören. Nun besetzt es seinen rechtmäßigen Platz im Label-Katalog.

Es ist eine Single, die sich beim ersten Hören absolut nicht vordrängen muss. Sie bezieht ihre Kraft aus einer subtilen, beinahe majestätischen Präsenz – ein Werk, bei dem sich nicht das leiseste Anzeichen von überhitzter Dramaturgie oder ein kalkulierter Drop als Selbstzweck finden lässt. Vielmehr haben wir es mit einer Produktion zu tun, die ihre emotionalen Konturen geduldig ausleuchtet. Was zunächst fast zurückhaltend erscheint, gewinnt mit jeder Minute an Tiefe. Der Track öffnet sich nicht schlagartig, sondern wie ein Fenster in einer langen, warmen Nacht.

Dass diese Single nun die letzte Lücke der exklusiven IDs aus dem Purified-500-Stream schließt, korrespondiert bemerkenswert gut mit ihrer inneren Architektur. Die Jubiläumsfolge von Nora En Pures Radio-Show wurde im März 2026 im Selati Game Reserve in den Lillie Hills des südafrikanischen Greater-Kruger-Gebiets aufgezeichnet. Dort, in einer Landschaft, die zwischen schroffem Fels, weitem Himmel und dichter Vegetation ihre ganz eigenen Kontraste ausspielt, wurde „Good As You Are“ erstmals einem weltweiten Publikum vorgestellt. Der Release trägt dieses Umfeld jedoch nicht als dekoratives Ethno-Konzept vor sich her. Vielmehr finden Topografie und musikalische Haltung wie von einer unsichtbaren Gravitation getragen zueinander: Das von Olivia McMurray gestaltete Cover-Artwork führt das Auge in eine open, von Licht durchzogene Weite, während der Track eine vergleichbare Balance aus Ruhe und Aufbruch hörbar macht.

Tim van Werd bringt für sein Debüt auf Purified Records eine reife, unverkennbare Handschrift mit. Der niederländische Produzent ist seit Jahren fest in der melodischen Szene verankert, veröffentlichte auf hochkarätigen Plattformen wie Spectrum oder Armada und betreibt mit Innerleaf sein eigenes Qualitäts-Imprint.

Seine fundierte Ausbildung an der Herman Brood Academy in Utrecht sowie sein Hintergrund an Schlagzeug, Trompete und Klavier sind hier kein akademisches Gütesiegel, sondern manifestieren sich spürbar in einem feinen Gespür für organischen Aufbau, Harmonik und Dynamik. Seine Fähigkeit, komplexe melodische Elemente so in einen Club-Kontext hineinwachsen zu lassen, dass sie niemals klebrig wirken, findet hier ihre wohl überzeugendste Form.

Im Epizentrum des Tracks steht die niederländische Singer-Songwriterin Julia Adriana, die unter ihrem elektronischen Mononym ADRI agiert. Ihr Vocal verleiht „Good As You Are“ den entscheidenden menschlichen Kern: direkt, klar und mit einer feinen, rauen Verletzlichkeit, die nie ins Sentimentale kippt. Als Songwriterin setzt sie die Zeilen nicht als bloße Pop-Hook über den Beat, sondern entwickelt sie organisch aus der melancholischen Grundstimmung heraus. So wird aus der Zusage im Titel keine pathetische Parole, sondern ein intimer, zutiefst glaubwürdiger Moment der Selbstannahme.

Tim van Werd
Tim van Werd

Tim van Werd stellt dieser Stimme ein sorgsam geöffnetes Arrangement zur Seite. Die Vocals bleiben das unumstrittene Zentrum, ohne die Produktion zu erdrücken; schwebende Synth-Flächen und ein geduldig anschwellender Groove geben ihnen Raum und Richtung. Dadurch klingt das Stück weniger wie ein klassischer Feature-Track, sondern wie ein perfekt austarierter Dialog zwischen ADRIs persönlicher Tonlage und van Werds flächiger Clubarchitektur.

Diese Harmonik ist die wohl größte Stärke des Releases. Van Werd führt die Melodie nicht in die Sackgasse einer erzwungenen Dauereuphorie, sondern lässt sie mehrfach kurz wie über einer weiten Landschaft schweben.

Dadurch entsteht ein faszinierender Wechsel zwischen optimistischer Zuversicht und einer fast nachdenklichen Note. Das Arrangement bleibt dabei so transparent, dass man die einzelnen Ebenen wie durch klares Wasser verfolgen kann: ein hypnotisches, zurückhaltendes Arpeggio im Hintergrund, die warmen Flächen, die sich im Refrain vollends auffächern, und jene fließenden Übergänge, die den Groove nie abreißen lassen. Gänsehaut-Effekte entstehen hier nicht aus Lautstärke oder digitaler Verdichtung, sondern aus dem puren Zusammenspiel von Stimme, Akkordwechseln und perfektem Timing.

Der Radio Edit komprimiert diese Idee auf fokussierte 4 Minuten und 15 Sekunden. Er erreicht den emotionalen Kern zügig, wahrt aber die nötige Distanz zwischen den Elementen – eine extrem schlüssige Fassung für den Streaming-Kontext. Der Extended Mix (6:15 Minuten) legt den Weg dorthin spürbar weiter aus. Sein ausgedehntes Intro gibt dem Beat und den harmonischen Grundflächen die nötige Zeit zum Atmen, während das Outro funktional und DJ-freundlich bleibt. Entscheident ist jedoch: Diese Langfassung wirkt zu keinem Zeitpunkt wie eine künstlich gestreckte Radioversion. Sie nutzt die zusätzliche Zeit, um die kosmische Spannung zwischen Rhythmus, tiefem Bassfundament und der Weite der Synthesizer organisch wachsen zu lassen.

Purified Records bleibt damit seiner Philosophie an der Schnittstelle aus melodischer Clubmusik, Naturbezug und kompromissloser klanglicher Ästhetik treu. Das Label formuliert seine Corporate Identity oft über Landschaften und maritime Schutzräume – „Good As You Are“ füllt diese visuelle Vorgabe musikalisch perfekt aus. Die Produktion klingt nicht nach einer kitschigen Postkarte aus der Wildnis. Eher nach jenem Moment, in dem nach einem langen, nebligen Aufstieg plötzlich der Blick über das Plateau frei wird: klar, hell, unendlich weit – und zugleich so geerdet, dass der nächste Beat den Hörer wieder sanft auf den Clubboden zurückholt.

Auch im direkten Vergleich zum aktuellen, oft formelhaften Vocal-Melodic-House setzt sich diese Single elegant ab. Sie verzichtet darauf, Emotionen durch Überproduktion oder künstliche Loudness-Kriege zu erzwingen. Stattdessen arbeitet sie mit einer kontrollierten Dynamik, die den Mix atmen lässt. Das ist edel, absolut clubtauglich und trotz der klaren Genre-Koordinaten eigenständig genug, um sich dauerhaft im Gedächtnis festzusetzen.

Rating

  • Bit-Depth 24 Bit (Qobuz, Single) / 16 Bit (Beatport, Extended Mix)
  • Sampling-Rate 44.1 kHz
  • Sound-Quality
  • Music
  • Quality of Press-Services (The Echo Agency)
  • Original Mix / Radio Edit
  • Extended Mix
4.9

Zusammenfassung

Listen and Buy
Tracklist
  1. Good As You Are (ADRI) (Radio Edit) – 123 BPM – 4:15 (Alle Plattformen)
  2. Good As You Are (feat. ADRI) (Extended Mix) – 123 BPM – 6:15 (Beatport exklusiv)
The Bottom Line

„Good As You Are“ verbindet unmittelbar berührende Vocals mit einer ausgesprochen schönen Harmonieführung und einem Arrangement, das seine Kraft aus der Geduld zieht. Tim van Werd und ADRI schaffen einen Track für den nachtblauen Übergang zwischen konzentriertem Hören und offenem Dancefloor – emotional, weit und bemerkenswert kontrolliert in seiner Dramaturgie. Der Extended Mix rechtfertigt seine zusätzliche Länge durch einen spürbar geschmeidigeren Aufbau und gibt sowohl dem Groove als auch den Flächen den nötigen Raum zum Atmen. Gerade durch diesen organischen Fluss wird die Produktion zum nachhaltigen Purified-Moment statt zur bloßen funktionalen Club-Verlängerung.

Uns lagen zur Rezension die originalen Masterfiles beider Versionen in nativer 24-Bit / 44.1 kHz-Auflösung vor – und kurz gesagt: Sie klingen über das gesamte Frequenzspektrum hinweg absolut exzellent. Danke an Purified Records und The Echo Agency.
Der hochauflösende Stream des Radio Edits wirkt über unsere Wiedergabeketten extrem sauber aufgelöst, stabil im Bassfundament und angenehm offen in den Höhen. Mix und Mastering überzeugen hier mit einer plastischen räumlichen Staffelung, einem klar verständlichen, präsenten Vocal und einer Dynamik, die den Synth-Flächen spürbar Luft lässt, ohne den Club-Impuls zu opfern. Gleiches gilt uneingeschränkt auch für den Extended Mix – mit der kleinen Einschränkung für Perfektionisten, dass dieser beim offiziellen Release via Beatport im regulären 16-Bit / 44.1 kHz Lossless-Format vorliegt.

Test-Setup & Wiedergabekette

Studio (Direct 2.1)

  • Music Server: Melco N1A H60 4TB (Hi-Res)
  • Streamer: WiiM Ultra
  • Digital-Verbindung: Supra RCA (koaxial)
  • DAC: Topping DX5 II
  • Analog-Verbindung: Supra Cinch
  • Verstärker: Denon X3600H (Betriebsmodus: Direct 2.1)
  • Lautsprecher-Kabel: Supra Sword
  • Front-Lautsprecher: 2 x System Audio SA Mantra 50
  • Subwoofer-Verbindung: Supra Cinch
  • Subwoofer: 1 x System Audio Saxo 10

Nearfield & Headphones

  • Quelle / Notebook: Acer A5 Windows 11 (Audio-optimiert)
  • DAC: Cambridge Audio DacMagic Plus
  • Vorstufe / Kopfhörerverstärker: Auralic Taurus
  • Kopfhörer (Over-Ear): Audeze EL-8
  • In-Ear-Monitore:
    • Shure SE846 mit ALO MMCX Audio Reference 8 Kabel
    • Shure SE846 mit FiiO LC-3.5D Kabel
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