Remember: Ein sanftes Wiedersehen im ersten Licht
Paradoks’ „Remember“ erhält durch Mees Salomé keine bloße funktionale Neubearbeitung, sondern eine neue Perspektive auf seinen emotionalen Kern. Der Remix nimmt der Peak-Time-Energie des Originals nichts weg, sondern verlagert sie in einen tieferen, wärmeren und auffallend fein gezeichneten Melodic-House-Raum. Locker, fließend und beinahe chillig, ohne je den Kontakt zur Tanzfläche zu verlieren.
#MelodicHouse #MelodicTechno #PurifiedRecords #Paradoks #MeesSalomé
Facts
Artist: Paradoks, Mees Salomé
Country of Origin: Belgium, Netherlands
Title: Remember (Mees Salomé Remixes)
Format: 2-Track Single, Stream, Download
Genre: Melodic House & Techno
Label: Purified Records
Release Date: 18. September 2026
2 Tracks – 09m 09s

At Qobuz available in Hi-res
24 Bits / 48 kHz – Stereo

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Review
Es gibt Remixe, die ein bestehendes Stück lediglich in eine andere DJ-Situation überführen. Mehr Kick, längeres Intro, Break etwas größer, Drop etwas entschlossener – das kann sinnvoll sein, bleibt aber oft ein Eingriff an der Oberfläche. Mees Salomés Version von „Remember“ verfolgt einen anderen Gedanken. Sie sucht nicht nach der nächsthöheren Energieebene des Paradoks-Originals, sondern nach dessen innerer Temperatur. Aus einem Stück mit klarer Peak-Time-Orientierung wird ein tiefer atmender, melodisch schimmernder House-Track, der seine Kraft nicht vor sich herträgt, sondern sie im Raum verteilt.
Die Veröffentlichung erscheint rund ein Jahr nach Paradoks’ Original und bringt zwei Fassungen zusammen: den kompakten Remix mit 3 Minuten und 56 Sekunden sowie den 5 Minuten und 12 Sekunden langen Extended Mix. Beide funktionieren erstaunlich vollständig. Das ist keineswegs selbstverständlich, gerade bei aktuellen Streaming-Versionen, die oft wie verkürzte Skizzen wirken: schnell zum markanten Moment, schneller wieder hinaus. Mees Salomé erlaubt seinem Radio Edit dagegen eine kleine, aber spürbare Entwicklung. Er wirkt nicht wie ein nachträglich zurechtgeschnittenes Clubstück, sondern besitzt einen eigenen Fluss, einen klaren Spannungsbogen und genügend Raum, damit die harmonische Signatur von „Remember“ überhaupt wirken kann.
Der Remix setzt behutsam ein und entfaltet sich mit einer fast schwebenden Selbstverständlichkeit. Die Kick sitzt fest im Fundament, bleibt dabei aber angenehm unaufdringlich. Darüber entwickelt die Basslinie eine warme, geschmeidige Zugkraft, die nicht auf plakativen Druck setzt, sondern den Track stetig voranträgt. Helle Texturen und zurückhaltende Flächen schweben über diesem Groove und lassen die Produktion offen atmen. So entsteht jene entspannte, beinahe schwebende Stimmung, die an eine späte Nacht kurz vor dem ersten Licht erinnert: noch in dunklem Blau gehalten, doch an den Rändern bereits weicher und heller werdend.
Der Extended Mix öffnet diese Architektur weiter. Nicht durch überflüssige Takte, nicht durch die bekannte Routine aus langem Kick-Intro, Standard-Loop und funktionalem Outro, sondern durch geduldiger gesetzte Übergänge. Percussion, Bass und atmosphärische Ebenen dürfen sich organisch ineinander schieben. Der Mix macht hörbar, wie sehr Mees Salomé auf Bewegung in kleinen Dosen setzt: Ein Filter hebt sich, eine Fläche gewinnt an Licht, ein melodisches Fragment taucht kurz auf und zieht sich wieder zurück. Das ist Clubmusik, die nicht unruhig wird, nur weil sie nicht jede Sekunde ein Ereignis ausrufen muss.
Besonders gelungen ist der Umgang mit den melodischen Elementen. Mees Salomé zerlegt die emotionale DNA des Originals nicht, sondern legt sie frei. Einzelne Motive erhalten Luft, Hallräume werden nicht zum Effekt um ihrer selbst willen, sondern schaffen Tiefe zwischen Beat und Fläche. Das Arrangement vermeidet den übergroßen, vorhersagbaren Melodic-Techno-Pathos.Wo andere Produktionen mit maximal aufgefächerten Leads und immer neuen Steigerungen arbeiten würden, bleibt dieser Remix kontrolliert.
Die Musik baut Spannung auf, aber sie schreit nicht danach, wahrgenommen zu werden. Gerade dadurch entsteht jene elegante Sogwirkung, die man mit einer guten späten Warm-up-Phase ebenso verbinden kann wie mit einem Set-Moment nach Mitternacht, wenn der Raum für ein paar Minuten nur noch aus Groove, Licht und Erinnerung besteht.
Paradoks hat sich auf Purified Records als Künstler etabliert, der emotionale Melodik und unmittelbare Tanzflächenenergie eng zusammendenkt. Seine Produktionen stehen zwischen filmischer Geste und körperlicher Direktheit, zwischen Druck und einem Gefühl von offenem Horizont. „Remember“ gehörte bereits 2025 zu jenen Stücken, in denen diese Balance sehr deutlich zu hören war. Das Original war auf Vorwärtsbewegung angelegt: ein Stück für den Moment, wenn ein Set in die entscheidende Phase kommt und die Fläche nicht mehr nur tanzt, sondern gemeinsam nach vorn gezogen wird.
Mees Salomé nähert sich dieser Vorlage mit einer anderen Gravitation. Der niederländische Produzent bringt eine klassische Ausbildung an Klavier, Gitarre und Schlagzeug mit, hat sich aber nie in akademischer Glätte eingerichtet. Seine Produktionen leben von tiefer, geschmeidiger Rhythmik und einer Melodik, die nicht frontal auf Erlösung zielt. Die von ihm gegründete Plattform Distant ist von einem Podcast zu einer eigenen Event-Idee gewachsen, inklusive seiner Open-to-Close-Sets. Gerade diese Erfahrung mit längeren musikalischen Erzählungen scheint hier durch: Der Remix denkt nicht nur in Momenten, sondern in Wegen dorthin. Veröffentlichungen auf Filth on Acid, This Never Happened, Armada und Colorize sowie Arbeiten für Joris Voorn, Tinlicker und Röyksopp zeigen die Entwicklung des niederländischen Produzenten.
Seine Handschrift bleibt dabei deutlich: tiefe Grooves, klare melodische Konturen und ein Gespür für Atmosphäre ohne Überzuckerung. Genau deshalb ist seine Version von „Remember“ nicht einfach eine ruhigere Variante des Originals. Sie verändert dessen Blickwinkel, ohne die Identität der Vorlage auszulöschen.

Das Label spielt auf diesem Release erneut eine seiner zentralen Stärken aus. Das von Nora En Pure gegründete und kuratierte Purified Records Label hat sich über Jahre eine eigene melodische Sprache aufgebaut, die emotionale Zugänglichkeit nicht mit Beliebigkeit verwechselt. Zwischen organischen Farbtönen, progressiver Bewegung und technoider Präzision sucht Purified meist nach Tracks, die auch außerhalb des ersten Festival-Drops funktionieren.
„Remember (Mees Salomé Remix)“passt genau in diese Linie. Er bleibt eindeutig clubtauglich, entwickelt aber darüber hinaus jene innere Ruhe, die das Label oft von einer bloßen Ansammlung melodischer Dance-Tracks abhebt.
Sehr angenehm fällt schon seit geraumer Zeit auf, dass Purified Records bei seinen Veröffentlichungen gezielt auf Transparenz setzt, was in der gegenwärtigen Debatte um künstliche Intelligenz, Urheberschaft und die Herkunft verwendeter Klangquellen besonders wichtig ist. Das in der Schweiz ansässige Label macht kenntlich, ob bei einer Produktion KI eingesetzt wurde und ob Vocal Samples Teil des Tracks sind. In einem internationalen Umfeld, das durch europäische Regelwerke wie den EU AI Act und die sich entwickelnde Schweizer KI-Regulierung zunehmend für Herkunft, Verantwortung und Nachvollziehbarkeit sensibilisiert wird, ist das ein bemerkenswert klarer Weg.
Für „Remember (Mees Salomé Remixes)“ gilt: Weder künstliche Intelligenz noch Vocal Samples wurden eingesetzt. Das verdient Anerkennung – für die Transparenz von Purified Records und für den von Nora En Pure geprägten Anspruch, künstlerische Arbeit nachvollziehbar zu machen.
Das Cover zu „Remember (Mees Salomé Remixes)“ zeigt eine Fotografie von Kelsey Williamson aus der Unterwasserlandschaft des Kayangan-Sees auf Coron auf den Philippinen. Felsstrukturen, Wasser und ein kühles blaues Leuchten bestimmen das Bild; der Raum wirkt zugleich weit, still und geheimnisvoll.
Der Kayangan-See ist kein reines Süßwassergewässer, sondern entsteht aus dem Zusammenspiel von Regenwasser und durch das Gestein einsickerndem Meerwasser. Dieses Bild aus Tiefe, Bewegung und diffusem Licht passt sehr schön zur Klangwelt des Remixes, der die Energie des Paradoks-Originals in eine ruhigere, tiefer reichende Bewegung überführt.
Rating
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Bit-Depth: 24 Bit
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Sampling-Rate: 48 kHz
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Sound-Quality
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Music
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Quality of Press-Services (The Echo Agency)
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Original Mix / Radio Edit
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Extended Mix (Beatport 16 Bit / 44.1 kHz)
Total (max. 5 Stars)

Listen & Buy
Tracklist
- Paradoks – Remember (Mees Salomé Remix) – 121 BPM – 03:56 (alle Plattformen)
- Paradoks – Remember (Mees Salomé Extended Remix) – 121 BPM – 05:12 (Beatport only)
The Bottom Line
Mees Salomé verwandelt „Remember“ in einen tiefen, locker fließenden und beinahe chilligen Melodic-House-Track, der das emotionale Fundament des Paradoks-Originals neu ausleuchtet. Besonders der Extended Mix rechtfertigt seine längere Form durch echte dramaturgische Bewegung statt durch routinierte Intro-, Outro- und Standard-Schleifen.
Technisch überzeugen die uns von Purified Records bereitgestellten nativen 24-Bit-/48-kHz-Master mit präzisem, kräftigem Bass, transparenter Percussion, offenen Höhen und einer schön gestaffelten Räumlichkeit. Auf unseren Studio- und Kopfhörerketten bleibt der Mix über den gesamten Frequenzgang kontrolliert und angenehm entspannt. Bei Qobuz ist der Remix ebenfalls nativ in 24 Bit / 48 kHz verfügbar; der sehr empfehlenswerte Extended Mix liegt bei Beatport in 16 Bit / 44,1 kHz Lossless vor.
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