Playlist an, Kopf frei: FLOW 01 – 2026 … So Far … hält mich im Takt, bis die Chirurgen mir das iPad aus der Hand nehmen.
24. Januar 2026 – Heute geht es um einen dieser Zwischenmomente: Diagnose im Nacken, OP in Sichtweite, aber noch genug Luft, um Musik nicht nur zu hören, sondern aktiv zu kuratieren.
FLOW 01 – 2026 … So Far … ist meine erste Playlist im neuen Jahr – ein Halteseil aus Organic, Melodic und Progressive House für alle, die zwischen Angst, Warten und vorsichtigem Weiterleben pendeln.
Wie gehst du mit diesen Schwebezonen um: komplett Rückzug, volle Ablenkung – oder irgendwas dazwischen…
Facts
Subject: The Cancer Files
Edition: 002
Title: FLOW, bis der OP-Saal ruft
Format: Blogpost
Topic: Health
Genre: Cancer
Author: WaterDomeMusic
Release Date: 24. Januar 2026

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The Cancer Files – Episode 002
Ohne Musik ist das Leben nichts – dieser Satz klingt wie ein abgenutztes Plattencover, aber am 24. Januar 2026 ist er brutal wörtlich gemeint: Musik ist gerade der dünne Faden, der den Tag zusammenhält, wenn Diagnosen, Befunde und Arztgespräche alles andere auseinanderreißen wollen. Die große, laute WaterDomeMusic-Maschinerie steht weitgehend still, viele Review-Ideen liegen auf Halde, aber in mir läuft weiter dieser alte Plattenladen-Reflex: sortieren, neu zusammenstellen, Übergänge bauen, bis es sich wieder nach einem Leben mit Struktur anfühlt.
FLOW 01 – 2026 … So Far … ist genau das: kein „Best Of“, kein ausproduzierter DJ-Mix für den Club, sondern ein sehr persönlicher Gesundheitszustand in Playlist-Form. Auf Spotify läuft sie gemischt, im Quintenzirkel angeordnet, damit die Harmonien weicher fließen als mein aktueller Puls im Wartezimmer. Auf Tidal sortiere ich nach Releasedatum und Quintenzirkel – ein Kompromiss aus Plattenladen-Ordnung (immer wissen, was wann kam) und DJ-Ohr (immer wissen, welcher Akkord als nächstes noch Sinn ergibt).
Zwischen Blutabnahme, Telefonaten mit der Klinik und diesen surrealen Momenten, in denen man plötzlich über Vorsorgevollmachten spricht, schiebe ich Tracks, verschiebe Tonarten, prüfe, ob der Übergang von warmem Organic House in melancholischen Melodic House nicht zu hart in der Magengegend landet. Es ist fast wie früher im Laden: Du kennst deine Kund:innen – nur bin ich diesmal selbst der schwierigste Kunde, der stündlich kippt zwischen „Bitte alles leicht und tröstend“ und „Gib mir was, das die Angst frontal nimmt und in Energie dreht“.
Dieses „Wir machen Musik, bis die Ärzte mit dem Skalpell in der Hand sagen, ich soll das iPad weglegen“ ist kein lässiger Spruch, sondern eine ziemlich genaue Beschreibung meiner aktuellen Grenze. Solange ich Playlists bauen kann, bin ich nicht nur Patient, sondern auch noch der Typ, der früher bei Virgin Releases geplant, bei Indie- und Electronica-Labels in Kisten gegraben und auf die richtige Reihenfolge auf dem Sampler bestanden hat. In dieser Zwischenzeit ist FLOW 01 – 2026 … So Far … wie ein kleiner, privater Club: Eintritt nur für Momente, in denen der Kopf gerade so frei ist, dass er sich nicht ausschließlich mit Tumorgrößen, OP-Risiken und Nachsorge beschäftigt.
Und ja: „Greenland belongs to the Greenlanders“ ist hier mehr als eine politische Fußnote im Abspann. Dieser Satz trifft mich, weil er genau das sagt, was ich mir gerade für meinen Körper wünsche: dass er wieder mir gehört, nicht den Befunden, nicht den medizinischen Plänen, nicht irgendwelchen Statistiken. Wenn die Welt da draußen diskutiert, wer über eine Insel bestimmen darf, sortiere ich Tracks und denke: Meine innere Landkarte gehört mir – auch wenn gerade sehr viele fremde Hände daran herumarbeiten.
Bis die OP-Lampe angeht, bleibt WaterDomeMusic in diesem Modus: weniger Output nach außen, mehr innere Seismografie. Jede Playlist, die entsteht, ist weniger Produkt und mehr Protokoll: So fühlt sich dieser Abschnitt an, so viel Dunkelheit, so viel Restlicht, so viel Flow, den ich mir mit Musik zurückhole. Und wenn es nur ein Track am Tag ist, der nicht bewertet, sondern einfach „Just Listen“ sagt, dann reicht das manchmal, um eine weitere Stunde mit diesem neuen Leben im Konjunktiv auszuhalten.
The Bottom Line
Was ich aus diesem Tag mitnehme: Solange ich Playlists bauen kann, bin ich mehr als meine Akte – ich bin immer noch der Kurator meines eigenen Soundtracks, auch wenn die Rahmenbedingungen brutal verschoben sind. FLOW 01 – 2026 … So Far … ist kein Eskapismus, sondern ein Werkzeug, um diese Krebs-Realität auszuhalten, ohne komplett darin zu verschwinden. Und irgendwo zwischen Quintenzirkel, Arztgespräch und dem Satz „Greenland belongs to the Greenlanders“ lerne ich langsam, meinen Körper wieder als mein eigenes Territorium zu denken – auch wenn andere gerade mit dem Skalpell das Gelände kartieren.
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