Eli & Fur – Dreams At Dusk Part I – Mirage – EP – 2025

Zwischen Dämmerung und Fernweh: Wie Eli & Fur mit „Mirage“ ihr nächstes Kapitel zwischen Melodic House, Pop-Appeal und Roadmovie-Momenten aufspannen

„Dreams At Dusk Part I – Mirage“ markiert für Eli & Fur einen weiteren Schritt weg vom reinen Club-Tool hin zu einem sehr persönlichen, cineastischen Melodic-House-Sound, der stark über Vocals und Atmosphäre erzählt. Die EP funktioniert gleichermaßen für nachdenkliche Spätsommer-Abende, lange Autofahrten und all die Zwischenräume, in denen etwas Altes endet und etwas Neues noch nicht greifbar ist.
#EliAndFur #MelodicHouse #PIAS #DreamsAtDusk #WaterDomeMusic

Facts
Eli & Fur – Dreams At Dusk Part I - Mirage - EP - 2025

Artist: Eli & Fur
Country of Origin: UK, London
Title: Dreams At Dusk Part I – Mirage
Format: EP, Stream, Download
Genre: Melodic, Progressive, Vocal Electronica
Label: [PIAS] Électronique
Release Date: 24. Oktober 2025
5 Tracks – ca. 19m 56s

Hi-res 42

Bei Qobuz, Spotify und Tidal
verfügbar in Hi-Res 24 Bit / 44,1 kHz.

UK-Flag 42

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Review

Nachdem „Dreams At Dusk Part II“ inzwischen besprochen und auf WaterDomeMusic veröffentlicht ist, wurde schnell klar, dass das Bild ohne den ersten Teil dieser Reihe unvollständig bleibt. „Dreams At Dusk Part I – Mirage“ ist zwar bereits im Oktober 2025 erschienen, aber gerade im Zusammenspiel mit dem neuen zweiten Teil zeigt sich, wie konsequent Eli & Fur ihren Sound und die Idee hinter „Dreams At Dusk“ über mehrere Jahre und Releases hinweg entwickeln. Dieses Review versteht sich deshalb bewusst als Rückblick, der die losen Enden schließt und die Brücke zu dem schlägt, was das Duo 2026 mit Part II weiterdenkt.

Mit „Dreams At Dusk Part I – Mirage“ öffnen Eli & Fur ein neues Kapitel, das sich zugleich wie eine logische Fortsetzung von „Dreamscapes“ und der „Dreamscapes Remixes“-EP anfühlt. Der Sound bleibt warm, schimmernd und visionär, wirkt aber zugleich ansatzweise sophisticated und bietet somit eine strahlende Basis für exzellentes Songwriting und Storytelling. Wo das Duo früher öfter zwischen Club-Tool und Kopfkino pendelte, wirken die Stücke dieser EP wie aus einem Guss – eine Art Mini-Roadmovie zwischen Sonnenuntergang, Fernweh und leiser Selbstbefragung. Gleichzeitig ist „Mirage“ ein klarer Vorgeschmack darauf, was Eli & Fur in „Dreams At Dusk Part II“ für uns im Gepäck haben.

Der Titeltrack „Mirage“ ist genau dieser Moment, in dem der Horizont flimmert und du nicht mehr sicher bist, ob du einer Erinnerung nachjagst oder einer Zukunft, die du gerne zur Realität werden lassen möchtest. Musikalisch mischen Eli & Fur ihren typischen luftigen Vocal-House mit subtilen, fast filmischen Synth-Flächen und einem rollenden Groove, der nie aggressiv drückt, sondern dich eher in die Tiefe zieht. Der Song setzt weniger auf Drop-Ästhetik und mehr auf Spannungsbögen, die sich in den Vocals und in kleinen Sounddetails entfalten – perfekt für all jene, die Melodic House lieber im Halbdunkel als im Mainstage-Scheinwerferlicht konsumieren.

„Make Believe“ hebt diesen Ansatz auf eine fast Indie-Pop-nahe Ebene: Das Stück fühlt sich an, als hätte jemand einen klassischen Roadtrip-Song durch den Filter von Melodic House und Electronica gezogen. Die Bassline bleibt elegant nach vorne gerollt, während das Top-End aus feinen Arps, Pads und perkussiven Texturen eine weite Szene aufzieht, in der sich Sehnsucht und Aufbruch gegenseitig verstärken. Das ist kein Peak-Time-Banger, sondern ein Wärmespender für späte Sets oder Playlists, die zwischen Deep House, Organic und Alternative hin- und herschalten, ohne Bruch in der Stimmung.

„It Feels Different Now“, vorab als Single veröffentlicht, bringt die EP emotional auf den Punkt: Der Track klingt wie das Nachglühen einer Entscheidung, von der man weiß, dass es jetzt endlich erreicht ist und gottlob kein Zurück mehr gibt. Die Vocals stehen noch stärker im Zentrum, stützen sich auf eine hypnotische, leicht treibende Rhythmik, die an eine Nachtfahrt im offenen Cabrio durch die Wüste erinnert. Sounddesign und Arrangement bleiben dabei herrlich reduziert, was dem Track diesen „atmen lassenden“ Charakter gibt, den viele aktuelle Melodic-House-Produktionen zugunsten maximaler Dichte verloren haben.

Mit „Heartbreaks on the Highway“ und „Desert Skies“ verschiebt sich der Fokus leicht: Beide Tracks wurden teilweise in San Raphael geschrieben und wirken wie spontane Momentaufnahmen, die mehr aus Instinkt als aus Konzept entstanden sind. „Heartbreaks on the Highway“ verbindet seinen melancholischen Titel mit einem Groove, der eher nach vorn fließt und dir ein leises „Es geht voran“ ins Ohr flüstert – Sehnsucht in Bewegung, nicht im Stillstand. „Desert Skies“ schiebt am Ende ein letztes Panorama hinterher, in dem du schon erahnst, was dich freudig erwartet: miteinander verschmelzende Pads, Vocal-Fragmente und ein paar anmutige Basslines, die diese EP in einen Zustand überführen, der offen genug ist, um direkt in „Dreams At Dusk Part II“ zu kippen.

Im größeren Kontext ihrer Diskografie positioniert sich „Mirage“ irgendwo zwischen dem cineastischen Anspruch von „Dreamscapes“ und der Vielstimmigkeit der „Dreamscapes Remixes“, die wir auf WaterDomeMusic ja bereits mehrfach aufgegriffen haben. Dass Eli & Fur mittlerweile kollaborativ mit Acts wie Camelphat, MEDUZA und Booka Shade in einem Atemzug genannt werden, hört man der Produktion deutlich an, ohne dass sie den eigenen Vibe dieser EP an festivaltaugliche Maximalismen verraten würden. „Dreams At Dusk Part I – Mirage“ wirkt wie ein bewusst gesetzter Baustein in einer länger gedachten Erzählung: von den frühen Releases über ihr Debütalbum „Found in the Wild“ bis zur aktuellen „Dreams At Dusk“-Phase, in der Tour, EP-Konzept und visuelle Sprache eng miteinander verzahnt sind.

Tracklist
  1. Mirage – 3:37
  2. Make Believe – 5:05
  3. It Feels Different Now – 3:13
  4. Heartbreaks on the Highways – 3:50
  5. Desert Skies – 4:10
The Bottom Line

„Dreams At Dusk Part I – Mirage“ ist keine laute, plakative Statement-EP, sondern ein bewusst leises, aber sehr klares Zeichen, wohin dieser Zweig ihrer Sound-Kreationen euch führen möchte: mehr Songs, mehr Emotion, mehr Roadmovie als Rave. Die Stücke erzählen in sich geschlossene Geschichten, funktionieren aber auch als zusammenhängender Bogen, der perfekt an „Dreamscapes“ und die Remix-EP anschließt und gleichzeitig die Brücke zum zweiten Teil der „Dreams At Dusk“-Reihe schlägt.

Eli & Fur
Eli & Fur

Technisch klingt die Produktion so, wie man es von einem [PIAS] Électronique-Release und einem Duo auf diesem Level erwartet: sauber, räumlich klar durchgezeichnet, mit geschmackvoll kontrollierter Dynamik. Die Vocals sitzen präsent und doch eingebettet im Mix, die Basslines wandern organisch durch den Raum, ohne den Rest zu verschlucken, und die Höhen bleiben selbst in Streaming-Qualität unaufdringlich weich. Positiv ist, dass die komplette 5-Track-EP auf allen relevanten Plattformen in 24 Bit / 44,1 kHz verfügbar ist und damit tatsächlich als Hi-Res durchgeht – ein Detail, das den schimmernden Synths, den Hallräumen und der Tiefenstaffelung hörbar zugutekommt, wenn die Kette mithält.

Die Kehrseite: Während die „normale“ EP im Streaming und als Download fair wirkt, bewegen sich die Download-Preise etwa bei Beatport für DJs nach wie vor in eher abgehobenen Sphären. Beatport bietet eine separate 5-Track-EP mit Extended Mixes an, die zwar für den Clubgebrauch und für den Home-Use überaus sinnvoll ist, dich aber inklusive Handling Fee und Steuern schnell in einen Bereich von rund 13 bis 14 Euro für fünf Tracks katapultiert – und das bei einer nach wie vor üblichen 16-Bit-Auslieferung aus dem Jahr 2025. Das sind Mondpreise, bei denen offen bleibt, wie viel letztlich beim Artist ankommt, während Vertrieb, Plattform und Nebenkosten die eigentlichen Nutznießer sind. People (Fans und Artists) first, Labels und Nutznießer second.

Persönlich ist das eine dieser EPs, die man leicht unterschätzt, wenn man nur nach großen Hooks oder unmittelbaren Dancefloor-Momenten sucht – ihre eigentliche Stärke liegt in der Konsistenz, im Mood-Building, das dich zum Träumen und Fühlen verführt und dich mit dieser behutsam aussagekräftigen Eli-&-Fur-Handschrift zwischen Club, Pop und Cinematic Electronica liebevoll in den Arm nimmt.

Zusammen mit Part II ergibt sich nun ein geschlossenes „Dreams At Dusk“-Gesamtbild, das zeigt, wie weit Eli & Fur ihren Sound jenseits klassischer Albumzyklen denken und in Serien, Tourkonzepten und EP-Diptychen erzählen. „Dreams At Dusk Part I – Mirage“ ist damit ein klarer „Just Listen“-Kandidat: eine Platte, die man sich am Stück reinzieht, um kurz im Zwielicht zwischen Tag und Nacht, Realität und Traum zu verschwinden, bevor wir mit Part II weiter in diese Gefilde eintauchen – und noch bewusster wahrnehmen, was und wen wir nicht nur musikalisch lieben.

Rating

  • Bit-Depth: 24 Bit
  • Sampling-Rate: 44,1 kHz
  • Sound-Quality
  • Music
  • Quality of Press-Services [PIAS] Électronique
  • Original Mix / Radio Edit
4.9

Total (max. 5 Stars)

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Studio 1:

  • Front: 2 x System Audio SA Mantra 50
  • Subwoofer: 1 x System Audio Saxo 10
  • Music Server: Melco N1A H60 4TB (Hi-res)
  • DAC: Cambridge DAC Magic Plus
  • Streaming / Network Player: Cambridge MXN10
  • Streaming / Network Player: WiiM Ultra
  • Amplifier: Denon AVR-X3600H (Direct 2.1 Konfiguration) 4K, Hi- res, HEOS
  • Headphone: InEar: Shure SE846 with ALO MMCX Audio Reference 8 Kabel
  • Headphone: OverEar: Audeze EL-8
  • Nvidia Shield Pro (for Plex Server and Kodi in 24/96 max)
  • AppleTV 4K (Streaming Client) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Plex on Apple TV: upto 24/96 Hi-res
  • TV: Sony KD55-XG8505 (HDR, Dolby Vision)

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