The Cancer Files – 014 – 16.06.2026

The Cancer Files – 014 – Carry on, aber anders

Die Cancer Files gehen weiter – aber ohne festen Rhythmus. Im Fokus stehen jetzt der Umgang mit der Krebs-Therapie, das Beobachten der Nebenwirkungen der Hormonentzugstherapie und das Festhalten an dem, was mich trägt: Musik und darüber Schreiben.
#TheCancerFiles #Krebs #Therapie #Leben #WaterDomeMusic

Facts
The Cancer Files - 014 - 16.06.2026

Subject: The Cancer Files
Edition: 014
Title: Carry on, aber anders
Format: Blogpost
Topic: Health
Genre: Cancer / Society
Author: WaterDomeMusic
Release Date: 16. Juni 2026

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Episode 014

Die Cancer Files werden weitergehen – allerdings nicht mehr mit dem Anspruch, regelmäßig oder in einem festen Rhythmus zu erscheinen. Ich nehme bewusst diesen Druck für mich raus.

Stattdessen wird es in Zukunft darum gehen, die Auswirkungen der Krebs-Therapie besser zu verstehen, Nebenwirkungen gezielt zu beobachten und Wege zu finden, mit ihnen umzugehen. Dazu gehört auch eine klare Struktur im Alltag – etwa durch regelmäßige Kontrolle von Gewicht, körperlichen Veränderungen und dem allgemeinen Befinden.

Es gibt medizinische Neuigkeiten – leider. Meine Ärzte haben mir dieser Tage die finale Diagnose mitgeteilt: Der Krebs hat gestreut und ist nicht heilbar.

Nach einer längeren Bedenkzeit habe ich mich für eine gestufte, kombinierte Hormonentzugs- und Strahlentherapie entschieden. Daraus ergibt sich aktuell eine Lebenserwartung von etwa fünf bis sieben Jahren. Mit etwas Glück können es auch zehn Jahre oder mehr werden – doch genau sagen kann das niemand.

Die Therapie ist dabei bewusst zweistufig angelegt: Zunächst läuft eine hormonelle Entzugstherapie an, um das Tumorgeschehen zu bremsen und den Körper auf die nächste Phase vorzubereiten. Nach etwa drei Monaten wird es dann einen ausführlichen Check-up geben – inklusive PSA-Wert, allgemeinem Wohlbefinden und der Frage, wie sich der Krebs entwickelt hat. Erst auf dieser Basis wird die Strahlentherapie als zweite Stufe zugeschaltet, damit sie sinnvoll, möglichst komplikationsarm und zum bestmöglichen Zeitpunkt durchgeführt werden kann.

Die beiden anderen Optionen wären gewesen, gar nichts zu tun – dann würde es vermutlich innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre zu Ende gehen – oder eine komplette Operation. Letztere hätte allerdings einen nicht enden wollenden Klinik-Loop bedeutet und mich sehr wahrscheinlich schnell in Richtung Pflegefall gebracht.
Der Weg, den ich jetzt gewählt habe, gibt mir dagegen die Chance, das weiterzumachen, was ich über alles liebe: über Musik schreiben, berichten, Playlists erstellen und in diesem ganzen Kosmos aktiv bleiben.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind für mich „soziale Leitplanken“. Allen, die gerade etwas Ähnliches durchmachen, kann ich nur raten: Pflegt eure Kontakte, soweit es möglich ist – Freunde, Bekannte, Familie. Das kann ein wichtiges Sicherungsnetz sein. Bei mir ist das familiär etwas komplizierter, weil der relevante Rest meiner Familie in Chicago in den USA lebt. Trotzdem merke ich, wie sehr mich soziale Verbindungen tragen.

Die Linke

Im Mai habe ich mich zudem entschieden, politisch aktiver zu werden und bin zum 1. Mai bei den Linken eingetreten. Mir geht es dabei vor allem um eine gerechte Sozialpolitik und eine faire Wirtschaftspolitik, im Sinne einer Post-Wachstums-Ökonomie. Am 2. Mai habe ich an meiner ersten Kreisverbandssitzung teilgenommen und dort auch offen über meine Krebserkrankung gesprochen. Die durchweg positive Reaktion und die Unterstützung der Genoss:innen tun mir extrem gut. Dieses Engagement fühlt sich für mich derzeit wie eine zusätzliches Auffangnetz an – ein Netz, das mich mitträgt, weil Menschen nachfragen, hinschauen und sich interessieren.

Die Linken werden mich allerdings auch noch kennenlernen :-). Ich bin nicht der typische linke Dogmatiker, sondern verstehe mich eher als moderner Progressiver mit einem stark ausgeprägtem grünen Kern. Mir geht es darum, unsere Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung so weiterzuentwickeln, dass wir auch in Zukunft auf demokratischem Weg vorankommen – mit einem faireren Ausgleich zwischen Arm und Reich. Eine Politik, die Wohlstand von unten nach oben umverteilt, bekämpfe ich leidenschaftlich – für mehr Gerechtigkeit und eine solidarisches Miteinander.

Wirtschaft 21 / System Delta

In diesem Zusammenhang bin ich außerdem der von dem Filmemacher Martin Oetting initiierten Community „Wirtschaft 21“ beigetreten. Dort geht es um die Frage, wie eine Wirtschaft im 21. Jahrhundert aussehen kann, die endlich anders funktioniert – und uns allen sowie dem Planeten dient. Gemeinsam mit Martin Oetting und anderen arbeiten wir unter dem Namen „System Delta“ an Ideen für genau diesen Systemwechsel. Allen, die sich für Postwachstumsökonomie, neue Wirtschaftsmodelle und einen echten Wandel interessieren, kann ich die Videos von Martin Oetting auf YouTube sehr empfehlen – das macht richtig Sinn.

Aktuell achte ich vor allem auf meine Stimmung (derzeit annähend normal), auf meinen Schlaf, der zurzeit von nächtlichen Störungen und innerem Aktivitätsdrang geprägt ist, auf Erschöpfungstendenzen (von fit bis „Akku leer“) sowie auf mein Gewicht und mein Körpergefühl, inklusive sichtbarer Veränderungen oder möglicher Wassereinlagerungen. Ebenfalls im Blick habe ich meinen Blutdruck, den ich regelmäßig kontrolliere, sowie meine Ernährung (teilweise vegan und Low Carb) und mögliche Ausreißer. Außerdem achte ich auf meinen Bewegungsumfang und frage mich, ob ich mich jeden Tag zu Walking und/oder leichten Kraftübungen aufgerafft habe und wie intensiv das war. Mit Bewegung und Laufen starte ich erst, wenn die fürchterliche Kommerzveranstaltung namens „Hessentag” hier in Fulda am 21. Juni 2026 endlich vorbei ist.

Gesundheit | Wohlergehen | Freundschaft

Genauso wichtig ist für mich aber auch, dass ich das, was mich ausmacht, nicht verliere. Musik bleibt ein zentraler Teil meines Lebens – Schreiben, Reviews, Playlisten. Diese Beständigkeit ist für mich ein Gegenpol zu möglichen depressiven Phasen und hilft mir, nicht in ein Loch zu fallen. Das alles weiterzuführen, ist essenziell.

Die Entscheidung für diesen Weg – medizinisch wie persönlich – war alles andere als leicht. Ich habe lange mit mir gerungen, viele Gedanken gewälzt und immer wieder abgewogen. Am Ende war klar, dass ich diesen Weg gehen will.

Ein ganz lieber Dank geht an INAMAR für die Unterstützung bei dieser nicht ganz einfachen Entscheidungsfindung.

The Bottom Line

Ich bin froh, dass die Entscheidung jetzt getroffen ist. Die Karten liegen auf dem Tisch, so wie sie jetzt eben liegen. Ich werde mich damit arrangieren – Step by Step.
Das Wichtigste bei dieser Erkrankung für mich ist, dass ich mir auf diesem Weg so viele Möglichkeiten wie möglich offenhalte. Und vor allem, dass ich mir meine Würde als Mensch bewahre.

Knut
WaterDomeMusic

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