Hana Lili – Hana EP – 2026

Review zu Hana Lili – Hana EP – 2026 – Nettwerk Music Group – 2026

Zwischen Alternative-Rock, 90s-Indie-Geist und sehr persönlichem Storytelling destilliert Hana Lili auf ihrer selbstbetitelten Hana-EP Trauer, Zweifel und Selbstsuche in radikal ehrliche, mitreißende Songs. Wer Alanis Morissette und Gwen Stefani im Herzen trägt und dazu eine frechere, energiegeladene, wirbelnde Variante davon sucht, landet bei Hana genau richtig. Fünf Tracks, die klingen, als würde endlich jemand laut aussprechen, was lange nur im Kopf kreiste – direkt, nah und ohne verkopfte Umwege.

#HanaLili #HanaEP #AlternativeRock #Indie #NewMusic

Facts
Hana Lili - Hana LP

Artist: Hana Lili
Country of Origin: UK, Wales
Title: Hana
Format: EP, Stream, Download
Genre: Alternative, Indie
Label: Nettwerk Music Group
Release Date: 17. April 2026
5 Tracks – 16m 33s

Hi-res 42

At qobuz available in Hi-res
24 Bits / 96 kHz – Stereo

UK-Flag 42

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Review

Wer unsere MOVEMENT-Playlists verfolgt, kennt Hana Lili längst – jetzt bekommt sie bei WaterDomeMusic endlich auch ihr eigenes Review

Hana Lili hat ihre neue, selbstbetitelte EP zu einem Punkt gemacht, an dem alles Persönliche ungeschminkt nach vorne rückt: Hana ist keine Konzeptübung, sondern eine Momentaufnahme, in der eine junge walisische Künstlerin ihre letzten Jahre in möglichst rohe, unverstellte Songs gießt. Nach Auftritten beim SXSW, Support-Shows für Mouth Culture und aktuell einer Europatour mit LEAP legt sie mit Hana genau die EP vor, die diesen Live-Moment einlöst – nah dran, direkt, emotional und mit klarer Kante.

Musikalisch dockt Hana Lili da an, wo 90er- und frühe 2000er-Alternative-Rock groß geworden sind: Gitarren, Druck, Melodien, die sofort im Kopf hängen bleiben, und eine Stimme, die zwischen verletzlicher Intimität und entschlossener Wut pendelt. Sie selbst nennt Einflüsse wie Alanis Morissette und Gwen Stefani, dazu 90s-Indie- und Grunge-Sensibilitäten – und genau diese Mischung aus bekenntnishaften Texten, wuchtigen Hooks und Pop-Appeal durchzieht die EP. Die Songs wirken wie Selbstgespräche, voll von Identitätsfragen, Zweifeln und diesen flüchtigen Momenten von Frieden, die einen trotzdem weiterziehen lassen.

Inhaltlich ist Hana eine radikal persönliche Platte. Hana Lili beschreibt, wie sie sich erlaubt hat, „einfach nur sie selbst zu sein“, ohne übertriebene Inszenierung, ohne den Drang, irgendetwas zu überhöhen. Die EP kreist um Unsicherheit, Selbstreflexion, Beziehungschaos und das Ringen mit den eigenen Emotionen – und um die Erkenntnis, dass genau dieses Ringen oft die Angst erst freilegt. Aus dieser Ehrlichkeit entsteht eine Art Tagebuch in Songform: mal laut, mal leise, aber immer klar positioniert.

Die Lyrics gehen dabei deutlich tiefer, als es die griffigen Hooklines zunächst vermuten lassen. In „Undress Me“ prallen Sehnsucht und Selbstschutz aufeinander: „Don’t wanna make love when you’re always high“, singt sie, und dreht die Situation am Ende um, wenn es heißt: „Let’s make love for the very last time / ’Cause all you do is lie“. In „Ur Girlfriend’s a Lawyer“ seziert sie mit trockenem Humor und viel Biss die Dynamik einer toxischen Beziehung, in der Unehrlichkeit und Selbstverrat zum Alltag geworden sind, während „Complicated“ und „Sick of Myself“ den Blick nach innen richten – hinein in Überforderung, Selbstzweifel und das Gefühl, im eigenen Kopf festzustecken. „Not Fair“ schließlich verdichtet Trauer und Verlust in klare, einfache Sätze, die umso härter treffen, weil sie ohne Pathos auskommen. Zusammengenommen entsteht ein Textkosmos, der zugleich sehr konkret und doch offen genug ist, um eigene Geschichten darin zu spiegeln – nah am Alltag, aber weit weg von plakativen Phrasen.

Das Finale der EP, „Not Fair“, bündelt diese Linie auf eine Weise, die sofort im Magen landet. Der Track verarbeitet Trauer und den Verlust eines Menschen, den sie so vorher noch nicht erlebt hatte – geschrieben in der dritten Person, damit sich die Geschichte öffnet und andere sich wiederfinden können. Hana will, dass man den Song im eigenen Schlafzimmer mitbrüllt oder im Regen auf einem Festival schreit, um sich weniger allein zu fühlen. Genau diese Übersetzung von sehr Privatem in etwas Universelles macht einen guten Teil der Wirkung der EP aus.

Hana Lili
Hana Lili

Produziert und geschrieben wurde Hana gemeinsam mit Mark Vallance (Tom Walker), Ben Beetham (Kid Kapichi, Hot Wax), Mike Horner (Karen DiO) und Chris Ostler (Black Honey). Das Ergebnis ist eine dichte, fokussierte EP, die ihre Energie aus starken Hooks, klaren Arrangements und einer spürbaren Band-Dynamik zieht. Nichts wirkt überproduziert, die Stücke behalten ihren Live-Charakter, ohne roh oder unfertig zu klingen. Man hört, dass hier Menschen am Werk sind, die wissen, wie man Alternative-Rock und Indie so anpackt, dass er im Jahr 2026 relevant bleibt.

Hinter all dem steht eine Biografie mit starkem Ortsbewusstsein. Aufgewachsen in Wales, mit Walisisch als Muttersprache und geprägt von der Eisteddfod-Tradition aus Sprache, Musik und Storytelling, trägt Hana diese kulturelle Verwurzelung hörbar in sich. Es geht nicht um Folklore im engen Sinn, sondern um ein tiefes Vertrauen in den Wert von Geschichten und in die Kraft des kreativen Ausdrucks. Dass ihre Songs zugleich extrem intim und doch erstaunlich universell wirken, passt dazu perfekt.

Hana ist damit nicht nur die nächste EP in einer Diskografie, sondern ein Statement: eine Bestandsaufnahme, wo Hana Lili gerade steht. Sie kehrt – wie sie selbst sagt – bewusst zu den Grundlagen zurück: Name, Artwork, Songs, alles kreist um die eine Frage, ob sie „so wie sie ist, genug ist“. Die Antwort, die diese EP gibt, ist deutlich: Ja, ist sie – und zwar auf eine Weise, die Alternative-Rock-Fans ebenso anspricht wie Menschen, die einfach nach ehrlichen, gut geschriebenen Gitarren-Songs mit emotionalem Punch suchen.

Tracklist

01 Undress Me – 3:22
02 Ur Girlfriend’s a Lawyer – 2:59
03 Complicated – 3:19
04 Sick of Myself – 3:31
05 Not Fair – 3:22

The Bottom Line

Die Hana-EP von Hana Lili gehört klar zu den spannendsten Alternative-Rock-Releases des Jahres 2026. Fünf Tracks, die vor Energie, Spielfreude und einer fast schon entwaffnenden Ehrlichkeit nur so sprühen, treffen hier auf Momente, in denen Hana den Puls bewusst runterfährt und einem mit leisen, unter-die-Haut-Melodien den Boden wegzieht. Live ist sie ein bildhübsches Energiebündel, das mit ihrer Präsenz den Raum übernimmt – diese Intensität übersetzt sich erstaunlich gut auf die EP. Wer ein Herz für Alternative, Indie und 90s-verwurzelten Gitarren-Sound hat, dürfte sich nach diesen 16 Minuten ziemlich sicher … verliebt fühlen.

In der bei qobuz verfügbaren Hi-res-Version mit 24 Bit und 96 kHz zeigt die Hana-EP, wie gut produzierter, moderner Alternative-Rock im Jahr 2026 klingen kann. Die fünf Songs wirken über gute Kopfhörer und eine saubere Kette fast livehaftig, obwohl sie im Studio entstanden sind; nichts wirkt künstlich aufpoliert, stattdessen klingt alles ehrlich, direkt und sehr nah. Der Mix ist glasklar und brillant abgemischt, mit druckvollen, aber nie überzogenen Gitarren, einer präsent im Raum stehenden Stimme und fein herausgearbeiteten Details in Backings, Hallfahnen und Dynamik.

Über den Audeze EL-8 am Auralic Taurus gehört das zu den besten Produktionen, die in diesem Jahr bislang hier gelandet sind, und auch über die Yamaha NX-N500 bleibt das Klangbild souverän, ausgewogen und auf Dauer absolut genießbar – allerfeinste Sahne Fischfilet für alle, die Hi-res nicht nur als Label sehen, sondern wirklich hören wollen und mal so richtig abgehen wollen.
Bei 7 Digital gibt es das Juwel für 2,89 € in 24 Bit / 96 kHz zum Kauf. Ein No-Brainer! Holts es Euch und macht Euch glücklich!

Gehört mit Audeze EL-8 Headphones, Auralic Taurus (Vor- und Kopfhörer-Verstärker), Cambridge Audio DAC Magic 100 und 2 x Yamaha NX-N500 (Active, Hi-res).

Rating
  • Bit-Depth: 24 Bit
  • Sampling-Rate: 96 kHz
  • Sound-Quality
  • Music
  • Quality of Press-Services (Nettwerk online)
5

Total (max. 5 Stars)

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Mein Testequipment

Studio 1:

  • Front: 2 x System Audio SA Mantra 50
  • Subwoofer: 1 x System Audio Saxo 10
  • Music Server: Melco N1A H60 4TB (Hi-res)
  • DAC: Cambridge DAC Magic Plus
  • Streaming / Network Player: Cambridge MXN10
  • Streaming / Network Player: WiiM Ultra
  • Amplifier: Denon AVR-X3600H (Direct 2.1 Konfiguration) 4K, Hi- res, HEOS
  • Headphone: InEar: Shure SE846 with ALO MMCX Audio Reference 8 Kabel
  • Headphone: OverEar: Audeze EL-8
  • Nvidia Shield Pro (for Plex Server and Kodi in 24/96 max)
  • AppleTV 4K (Streaming Client) Dolby Atmos, HDR, Dolby Vision
  • Plex on Apple TV: upto 24/96 Hi-res
  • TV: Sony KD55-XG8505 (HDR, Dolby Vision)

Near Field:

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